Spekulationssteuer auf das häusliche Arbeitszimmer

Bei Verkauf des selbstgenutzten Eigenheims fällt keine Spekulationssteuer auf das häusliche Arbeitszimmer an
 
Finanzgericht Köln, 8-K-1160/15
Urteil vom 20.03.2018
 
In dem vorliegenden Fall wollte das Finanzamt  den auf das Arbeitszimmer entfallenden Veräußerungsgewinn als Spekulationsgewinn nach § 23 EStG besteuern.
 
Ein Steuerpflichtiger hatte seine selbst genutzten Eigentumswohnung innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist verkauft und in den Vorjahren Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht.
 
Das Finanzgericht Köln argumentierte nun, dass das Arbeitszimmer in den privaten Wohnbereich integriert sei und daher kein Spekulationsgewinn vorliege.

Das Urteil des FG Köln ist zwar für den Steuerpflichtigen sehr positiv; es ist aber nicht damit zu rechnen, dass es mehrheitsfähig sein wird.
Insofern muss einem Steuerpflichtigen geraten werden, innerhalb des 10-Jahres-Spekulationszeitraums keine (gegebenenfalls nur beschränkt abziehbaren) Arbeitszimmerkosten geltend zu machen, wenn es wahrscheinlich ist, dass die private Immobilie demnächst veräußert wird. Alternativ kann bei rechtzeitiger Planung auch 3 Jahre vor Verkauf zur Privatnutzung des Arbeitszimmers übergegangen werden.
 
Familienrechtlicher Bezug zum Thema Spekulationssteuer:
 
Überträgt ein Ehegatte sein (Mit-) Eigentum an einem Hausgrundstück nach der Trennung auf den anderen Ehegatten, liegt ein privates Veräußerungsgeschäft i.S. von § 23 I 1 Nr. 1 EStG vor.
Erfolgt die Übertragung innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist, würde ein Gewinn der Einkommensteuer unterfallen.
 
Die Spekulationssteuer fällt nicht an, wenn das Grundstück nach § 23 I 1 Nr. 1 Satz 3 EStG
 
-  zwischen Anschaffung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken
-  oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.
 
Vorsicht ist daher für den ausziehenden Ehegatten geboten. Wenn möglich, sollte eine Übertragung noch in dem Jahr des Auszugs erfolgen.
 
Bei der Berechnung eines Zugewinnausgleichsanspruchs ist nach dem Urteil des BGH, Urteil VII ZR 185/08 2.2.2011, die Spekulationssteuer als latente Steuer zu berücksichtigen.
Eine konkrete Veräußerungsabsicht ist hier nicht erforderlich.

  • Unterhaltsverpflichtung und Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge
    Ein Steuerpflichtiger, der aufgrund einer Unterhaltsverpflichtung die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge des Kindes trägt, kann diese als eigene Beiträge nach § 10 I Nr. 3 S. 2 EStG in seiner Steuererklärung absetzen.mehr
  • Spekulationssteuer auf das häusliche Arbeitszimmer
    Bei Verkauf des selbstgenutzten Eigenheims fällt keine Spekulationssteuer auf das häusliche Arbeitszimmer an.mehr
  • Unterhaltsregress des Scheinvaters
    Leistet der rechtliche Vater Unterhalt für ein Kind, obwohl er nicht der biologische Vater ist, geht nach § 1607 Abs. 3 Satz 2 BGB der Unterhaltsanspruch des Kindes gegen den biologischen Elternteil auf den Scheinvater über.mehr
  • Düsseldorfer Tabelle zum 1.1.2019
    Zum 1.1.2019 tritt eine neue Düsseldorfer Tabelle zur Berechnung des Kindesunterhalts in Kraft.mehr
  • Beratungshilfe in Trennungsangelegenheiten
    Bei der Frage, ob bei der Tätigkeit eines Rechtsanwalts in einer Beratungshilfeangelegenheit in einer Trennungssache eine oder mehrere Angelegenheiten vorliegen, ist auf den Bewilligungszeitpunkt abzustellen.mehr
  • Ehebedingter Nachteil – Versorgungsausgleich
    Hat ein Ehegatte während der Ehe geringere Rentenanwartschaften erworben, weil er seine Erwerbstätigkeit unterbrochen hatte...mehr
  • Zweitausbildungskosten
    Eltern schulden ihren volljährigen Kindern eine optimale begabungsbezogene Berufsausbildung, wenn sie leistungsfähig sind.mehr
  • Unterhaltspflicht während eines freiwilligen sozialen Jahres
    Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG), hat einen Unterhaltsanspruch eines Kindes während eines freiwilligen sozialen Jahres dann bejaht, wenn das Kind bei Beginn minderjährig war und das Freiwilligenjahr auch der Berufsfindung dient.mehr
  • Geschäfte zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie
    Nach der Vorschrift des § 1357 BGB kann jeder Ehegatte sogenannte „Geschäfte zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie“ mit Wirkung auch für den anderen Ehegatten abschließen.mehr
  • Wechselmodell getrennt lebender Eltern
    Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass der Gesetzgeber nicht verpflichtet ist, das „Wechselmodell“ zur Betreuung von Kindern getrennt lebender Eltern als Regelfall auszugestalten.mehr
  • Relative Sättigungsgrenze beim nachehelichen Unterhalt
    Zur Bedarfsbemessung des nachehelichen Unterhalts bei gehobenen Einkommensverhältnissen mehr
  • Scheidungskosten sind nicht mehr als außergewöhnliche Belastung abziehbar
    Nach einer seit dem Jahr 2013 eingeführten Neuregelung des § 33 Einkommensteuergesetzes (EStG) sind Prozesskosten nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen abziehbar. mehr